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Wie sich Kempten verändert – Kulturentwicklung & Zukunft

Wie sich Kempten verändert – neue Kulturorte und Ideen

In Kempten rückt Kultur in den nächsten Jahren stärker ins Zentrum der Stadtentwicklung. Geplant sind neue Kulturorte, smarte Vermittlungsformate und bessere Rahmenbedingungen für Kreative – mit dem Ziel, Innenstadt, Teilhabe und Lebensqualität bis 2030 und darüber hinaus sichtbar zu stärken.

Strategische Ausrichtung: Kultur als Zukunftsthema

Die kommenden Jahre stehen im Zeichen einer strategischen Kulturentwicklung, die Kultur, Tourismus, Bildung, Digitalisierung und Stadtplanung zusammenführt. Geplant sind:

  • zielgruppenspezifische Kulturangebote für Einheimische und Gäste,
  • digitale Vermittlung entlang historischer Achsen und im Stadtraum,
  • barriereärmere Zugänge für Kinder, Jugendliche, Senior:innen, Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Menschen mit Behinderung.

Vier Handlungsfelder leiten die nächsten Schritte: Kooperation und Vernetzung, Kulturelle Bildung und Teilhabe, Kulturförderung und -verwaltung sowie Kommunikation und Sichtbarkeit.

Neue Kulturorte: Kulturquartier, Raumbörse und flexible Nutzung

Die Stadt bereitet die Entwicklung eines Kulturquartiers bzw. Kulturzentrums vor, das Bühne, Treffpunkt, Werkstatt und Schaufenster verbindet. Ergänzend werden Raumbedarfe der freien Szene systematisch adressiert.

Geplante Schwerpunkte

  • Aufbau eines Kulturquartiers als offener Ort für Institutionen und freie Szene,
  • Einführung einer Raumbörse Kultur zur transparenten Vermittlung von Ateliers, Proberäumen und temporären Bühnen,
  • Konzept zur Sicherung bezahlbarer Räume und zur Nutzung freier Laden- und Hallenflächen für Kulturformate.

Nutzen für Stadtgesellschaft und Gäste

  • mehr sichtbare Kultur im Alltag – Lesungen in Werkhallen, Ausstellungen in ehemaligen Läden, Konzerte an ungewöhnlichen Orten,
  • kürzere Wege zu Ansprechpartner:innen und klarere Abläufe für Veranstalter:innen und Kreative.

Urban Maker Space, Dritte Orte und smarte Kulturvermittlung

Als „Dritter Ort“ entsteht ein Urban Maker Space im Zusammenhang mit einer modernen Bibliotheks- und Erwachsenenbildungslandschaft. Der Ort kombiniert analoges und digitales Arbeiten – von Ton, Text, Foto und Film bis zu Prototyping und Medienlaboren – und richtet sich an breite Zielgruppen, von Jugendlichen bis zu Senior:innen.

Parallel treiben Smart-City-Bausteine die kulturelle Entwicklung voran:

  • Zukunftslabor: Ein öffentlicher Raum, in dem Stadtentwicklung, Projektideen und digitale Werkzeuge erlebbar werden.
  • Digital.Makerspace: Standorte für Audio, Film, Fotografie und digitale Produktion mit niedrigschwelligen Angeboten.
  • „2000 Jahre.Stadt.Digital“: Interaktive Formate und Stadtrundgänge, die Kemptens Geschichte zeitgemäß erschließen.

Teilhabe, Kulturpass und moderne Förderung

Für einen breiten Zugang zu Kultur setzt Kempten auf Instrumente, die Hürden senken und Vielfalt stärken.

  • Kulturpass: Erleichterter Zugang zu Veranstaltungen und Häusern; Ausgestaltung mit sozialen Partnern.
  • Mikro-Projekte: Kleine, experimentelle Vorhaben erhalten unkomplizierte Förderchancen.
  • KuBiT-Strukturen: Koordination kultureller Bildung in Bildungseinrichtungen und in Zusammenarbeit mit Museen, Theatern und freien Gruppen.
  • Jugendkulturbeirat: Stärkung junger Perspektiven in Kulturentscheidungen.
  • Inklusion und Diversität: Standards und Beratung für barrierearme und vielfältige Kulturangebote.
  • Fachjurys und Richtlinien: Qualitative Auswahlverfahren, transparente Kriterien und regelmäßige Berichte.

Stadtentwicklung und Flächennutzungsplan: Raum für Kultur

Die Kulturentwicklung wird eng mit der gesamtstädtischen Planung verzahnt. Der Flächennutzungsplan mit Zielhorizont 2040 steuert, wo künftig Kulturorte, Freiräume, Begegnungszonen und kreative Zwischennutzungen realisiert werden können. Im Fokus stehen:

  • Innenstadt als Bühne: Veranstaltungen, temporäre Installationen und Formate im öffentlichen Raum,
  • kulturelle Wiederbelebung historischer Orte,
  • bezirksspezifische, bezahlbare Veranstaltungsorte für zeitgenössische und experimentelle Kunst.

Die genannten Vorhaben werden schrittweise priorisiert und aufeinander abgestimmt, damit Kulturentwicklung, Mobilität, Handel und Freiraumplanung zusammenwirken.

Was das für Einheimische, Kreative und Gäste bedeutet

  • Für Bewohner:innen: vielfältigere, näher erreichbare Kulturangebote und Lernorte; digitale Services erleichtern Orientierung und Teilhabe.
  • Für Künstler:innen und Initiativen: bessere Planbarkeit durch Raumtransparenz, Beratung und faire Förderverfahren; stärkere Vernetzung über Beiräte und Netzwerke.
  • Für Besucher:innen: erlebnisorientierte Stadträume, digitale Stadterkundung und neue Formate zwischen Museen, Straßen und Plätzen.

In Summe entsteht ein belastbares Zukunftsbild: Kultur wird vom „Add-on“ zum Kern der urbanen Resilienz – mit positiven Effekten auf Identität, Frequenz in der Innenstadt und Lebensqualität.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis zur Methodik: Dieser Beitrag bezieht sich auf öffentlich zugängliche städtische Unterlagen, Strategien und Projektbeschreibungen. Zeitpläne und Inhalte können sich im Rahmen politischer Beschlüsse und Förderentscheidungen ändern.

  1. Stadt Kempten (Allgäu) – Offizielle Stadtseite — Überblick zu Kultur, Stadtentwicklung und Projekten (accessed 2025-12-17)
  2. Stadt Kempten – Kultur — Informationen zu Einrichtungen, Programmen und Förderangeboten (accessed 2025-12-17)
  3. Stadt Kempten – Smart City — Projektbausteine wie Zukunftslabor, Digital.Makerspace, digitale Vermittlung (accessed 2025-12-17)
  4. Stadt Kempten – Stadtplanung — Hinweise zum Flächennutzungsplan und Entwicklungszielen (accessed 2025-12-17)

Last reviewed: 2025-12-17

Häufig gestellte Fragen

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